Stadiongastro boykottieren, Alkoholiker respektieren

Heute möchte ich die Aktion “Stadiongastro boykottieren, Alkoholiker respektieren” vorstellen. Gleich zu Anfang möchte ich klarstellen, dass diese Initiative zwar von drei Block J Mitgliedern ins Leben gerufen wurde, aber keine Block J Aktion ist. Nur fürs Protokoll.

Schon seit mehreren Jahren ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der Gastronomie im Marschwegstadion ein ziemlich schlechtes. Es fängt an bei der Bratwurst, die meist halbroh und halb verkohlt ist und geht weiter beim überteuerten Bier, das häufig auch nicht nach solchem schmeckt oder nur halbvoll ist. Von den Qualitätsschwankungen der Pommes ganz zu schweigen.

“So kann das nicht weitergehen!” dachten sich drei rebellische Oldenburger und boykottierten schon im Spiel gegen Langenhagen die Stadiongastro. Wie man dennoch nicht auf sein Bier im Stadion verzichten muss, soll an dieser Stelle nicht weiter erläutert werden und dürfte sich zudem auch schon teilweise rumgesprochen haben. Unterstützung und Sympathiebekundungen kamen aus unterschiedlichsten Richtungen und so war schnell klar, dass ein T-Shirt her muss, welches der eigenen Sache Ausdruck verleiht. Auf dem T-Shirt zu sehen ist das unten stehende Logo plus einem kleinen “Oldenburg sagt ja!”. Bei Interesse einfach mal direkt bei Block J nachfragen, ihr werdet dann an entsprechende Personen weitergeleitet oder habt diese schon direkt gefunden.

Wir sind uns durchaus bewusst, dass das Wort “Alkoholiker” umstritten ist und mitunter abschreckt. Wir haben uns aber bewusst dafür entschieden um zu provozieren, nicht um uns über die Krankheit lustig zu machen.

Bereits 9 T-Shirts, 15 Likes bei Facebook sowie der Zuspruch aus der breiten Masse zeigen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis wir wieder Bier und Bratwurst in guter Qualität zu moderaten Preisen genießen dürfen. P.

OLDENBURG SAGT JA!

VfB – Braunschweig II

Sonntag, 18. März 2012. Abfahrt Marschweg 20 Minuten vor Spielbeginn. Knapp kalkuliert kam ich nach Oldenburg. Die Anwesenheit der Polizei mit mehreren Einsatzwagen versprach schon einmal relativ viel und dass damit verbunden nun auch endlich mal wieder ein wenig Auswärtsfans anwesend sein könnten. Hinein ins Stadion. Ein Blick ins Rund sah jedoch wiederum anders aus. Man, war kurz vor Anpfiff wenig los. Erst wohl als Sicherheitsspiel eingestuft, wurde dies wohl noch geändert. Vielleicht wurde auch die „II“ beim Namen der Auswärtsmannschaft übersehen. Man weiß es nicht. Bevor ich den ersten Gedanken an die Wetterumstände verlieren konnte, fiel auch schon das 1:0. Das ging ja gut los, dachte ich mir. Vier Spieler aus der ersten Mannschaft hieß es irgendwo. Hmm, mal sehen. Im Gegensatz zum letzten Spiel zeigte sich der VfB wesentlich stärker. Lag vielleicht auch nicht zuletzt am starken Wind, der sich auch mehr und mehr bemerkbar machte. Naja, wenigstens regnete es nicht, so wie angekündigt. 60 Minuten sollte es dauern, bis endlich die bisher knappe Führung ausgebaut werden konnte. Starkes Spiel vom VfB. Kurz vor Schluss noch das 3:0. Die Welt war in Ordnung, jedoch fiel der Torjubel aufgrund von festgefrorenen Gliedmaßen ein wenig geringer als noch am Anfang aus. Mensch, war der Wind kalt. Nichts zu merken vom angekündigten Frühling. Anschlusstreffer in der Nachspielzeit. Wen interessiert’s? Abpfiff und wieder drei wichtige Punkte auf dem Weg zum Aufstieg. Nächste Woche wird’s ein heißes Tänzchen werden, von dem sicherlich, falls es wieder so kalt sein wird, auch die Zuschauer etwas merken. T.

VfB – Langenhagen

Sonntag, 04. März 2012. Nach gefühlten zwei Jahren war es endlich mal wieder soweit. Der VfB sollte sein erstes offizielles Heimspiel 2012 bestreiten. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Wochen begann der Tag relativ verhalten. Gegen Mittag gab es vereinzelnde Telefongespräche, ob denn die gefürchtete Spielabsage nicht doch übersehen worden wäre. Trotz alledem hatten wir uns dann an bekannter Stelle vor dem Spiel getroffen, um gemeinsam zum Stadion zu schreiten (nicht zuletzt deswegen, weil wir nicht mehr genau wussten, wo wir eigentlich hin mussten). Angekommen ereilte uns der erste Schock: „Hier ist ja nichts los.“ Dies konnte aber durch unser ungewöhnliches frühes Aufschlagen am Stadion (40 Min vor Spielbeginn) erklärt werden. Nachdem uns die Ordner angenehm die Richtung wiesen: „Zum Block J geht es da herum!“, fanden wir uns auch wieder in gewohnter Umgebung ein. Nachdem ich schnell mein erstes Bier in der Hand hatte, war ich jedoch wieder irritiert. Dies lag zum einen daran, dass ich dachte, dass ich aufgrund meiner Bezahlung den ganzen Bierwagen gekauft hätte, zum anderen aber daran, dass ich zügig mein Bier bekam. Na gut, wenigstens war noch „freie Platzwahl“. So konnte der Anpfiff erwartet werden. Nach einigen Gesprächen der Marke „Kennen wir uns nicht irgendwo her?“ mit bekannten Gesichtern ging es dann auch endlich los. Noch nicht wirklich angekommen, fiel mir gleich diese zuerst unangenehme laute Atmosphäre auf. Dann entsann ich mich jedoch, dass dies für dieses Rund völlig normal schien und ich entschied mich auch, das eine oder andere „Ja, ne, is klar!“ hinaus zu rufen. Es wurde dann jedoch relativ schnell kritisch als mein Bier leer wurde. Ich hatte mich gerade bezüglich der Lautstärke assimiliert, stand ich nun vor dem nächsten Problem: Wo krieg ich Bier her? Mir wurde der Tipp gegeben, dass es mit Chance auch Bier anner Bude gibt und ich versuchte mein Glück. Ich war wiederum irritiert als auch dieser Versuch mir recht schnell gelang. Wie Frodo auf dem Weg nach Mordor wollte ich versuchen, die Treppe zu uns wieder hinab zu steigen, doch weder die Spinne Kankra, noch ein Balrog, noch erboste Zuschauer, die völlig zu Unrecht auf dieser Treppe im Weg stehen, stellten sich mir in den Weg! Dann fiel nun auch zum Glück das frühe Gegentor 0:1, welches mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte: Das kannte ich nämlich! Zum Glück ließ der Ausgleich nicht lange auf sich warten und die Lage war wieder mehr oder weniger in Ordnung. Dem kam noch hinzu, dass die Dixis diesmal nicht gut austariert waren, so dass man beim Pinkeln gleich eine gefühlte Achterbahnfahrt umsonst bekam. Danke für dieses Nebenprogramm! 2:1. Das Spiel wurde ansehnlicher. Jedoch wurd es wohl dem Schieb… Schiri ein wenig zu unübersichtlich, so dass im Zuge der Gleichberechtigung nach der 63. Min. nun auch ein VfBer (71. Min.) den Platz verlassen musste. Naja, 81. Min. 3:1 Sack zu gemacht! Wichtige drei Punkte, die zum inoffiziellen Anfang der Rückrunde einen guten Start für den VfB bedeuten. Man kann nun hoffen, dass die spielerischen Fehler abgestellt und auch eine potentielle HUMBA geprobt wird. Jungs, diese kam auch schon mal bei weniger erfolgreichen Siegen authentischer rum! Aber gut, dass noch Luft nach oben bleibt. ;-) T.